Es ist mal wieder Zeit für eine Krankheit. Und zur Abwechslung ist es gar nicht die kleine Madame, die für Aufregung sorgt, sondern der Bub darf auch mal ran. Im Grunde ist es ja harmlos: nur ein Schnupfen. Aber wenn man noch nicht mal zwei Monate alt ist, dann ist es halt doch mehr als ein „nur“.
Wir wachten nachts auf, weil er Kleine schlimm röchelte. Offensichtlich bekam er keine Luft. Er weinte – nicht meckerig wie sonst, sondern viel, viel schriller. Kurze Panik. Bis wir merkten, dass einfach seine Nase komplett verstopft war. Soviel zum Thema Nestschutz … Kranker Papa, kranke Schwester, das hat er dann leider doch nicht gepackt.
Teresa war nie krank als kleines Baby. Schnupfen in dem Alter ist uns also unbekannt und daher waren wir unsicher, was zu tun war. Wir kamen dann recht schnell darauf, dass Kochsalzlösung immer eine gute Idee ist, auch bei Babys. Wir nahmen einfach die kleinen Ampullen von Teresas Pari Boy-Inhalationsgerät – 0,9-prozentige Kochsalzlösung ist perfekt. Die träufelten wir mit einer Pipette in die Nase. Es gibt übrigens in der Apotheke auch fertige kleine Ampullen, die man dann direkt in die Nase tropfen kann.
Der alte Müttertrick mit der Muttermilch (ebenfalls mit Pipette einträufeln) ist einigermaßen umstritten, wie ich mittlerweile erfahren habe. Manche schwören drauf, andere sind der Meinung, die Milch würde die Nase noch zusätzlich verkleben und das wäre daher komplett kontraproduktiv.

Lustiges Wort: Nasensauger. Der hier funktioniert manuell mit Unterdruck. Wichtig: ein Nasenloch zuhalten.
Was wunderbar geholfen hat, war allerdings der Nasensauger – ein ganz einfacher aus der Drogerie (von NUK in dem Fall). Wichtig: Ein Nasenloch zuhalten, damit Unterdruck erzeugt wird. Es gibt ja auch diese elektrischen Sauger, die man an den Staubsauger anschließt (kein Witz!) – angeblich sind die super. Kann ich nichts dazu sagen, haben wir nie ausprobiert – aber ich bin natürlich dankbar über Erfahrungsberichte. Falls jemand einen hat und verwendet – sagt Bescheid, am besten unten in den Kommentaren.
Und nun noch das Wichtigste: Engelwurzbalsam von der Bahnhofsapotheke Kempten. Bei kleinen Säuglingen schmiert man den vorsichtig auf die Nasenflügel statt unter bzw in die Nase. Hilft! Zumindest war der Kleine kurz danach wieder beschwerdefrei. Superduper Hebammentipp! Zudem: Den Oberkörper ein wenig höher lagern, damit der Rotz besser abfließen kann.
Das Fazit: Der Schnupfen dauerte leider wirklich eine ganze Woche und man kann nichts tun, außer dem Baby das Atmen etwas erleichtern. Das klappte super mit Kochsalzlösung und anschließendem vorsichtigen Aussaugen der Nase. Den Durchbruch hat dann der Engelwurzbalsam gebracht. Sollten sich die Symptome verschlimmern oder Husten oder Fieber dazu kommen, natürlich sofort ab zum Kinderarzt. Auch wenn die üblichen verdächtigen Reaktionen auftreten wie schlechtes Trinken oder Apathie. Denn leider kann ja aus einem an sich harmlosen Schnupfen schnell was Schlimmeres werden, was man vor allem bei ganz kleinen Babys natürlich unbedingt verhindern will. Bei Unsicherheit einfach den Kinderarzt oder die Hebamme kontaktieren.
Zweites Fazit: Beim zweiten Kind ist man wahrlich entspannter. Bei Kind 1 wäre ich schon längst beim Arzt gesessen. Aber die bisher durchgemachten Infekte und Krankenhaus-Aufenthalte haben uns wohl tatsächlich schon etwas abgehärtet :-)
UPDATE vom 20. Januar 2015. Nachdem wir nun Runde zwei im Erkältungs-Endlos-Zirkel des Winters 2014/15 eingeläutet haben, war ich nun doch beim Kinderarzt. Denn der Bub hat leider schon wieder Schnupfen (nachdem auch seine Schwester wieder hustet und rotzt, kein Wunder). Der Doc sagt nun, dass er unser tolles Allheilmittel Engelwurz für kleine Babys nicht hernehmen würde. Denn auch wenn’s als babygerecht verkauft würde, so seien doch auch da ätherische Öle drin, die, wenn es dumm läuft, eher den gegenteiligen Effekt haben können. Nämlich eine Verschlimmerung. Nun ja. So ist das wie so oft – eine Krankheit, mehrere Meinungen. Habe nun noch den Tipp entdeckt, den Balsam für ganz kleine Babys nur auf ein Tuch zu tupfen und dieses dann ans Bettchen zu hängen. Könnte man auch mal versuchen. Ansonsten, sagt der Kinderarzt: Oberkörper/Kopf etwas höher lagern und Kochsalzlösung in die Nase träufeln. That’s it. Und bei jedem Anzeichen von Fieber oder Husten sofort ab zum Arzt.
2 comments
Den kann ich wärmstens empfehlen: http://www.nasensauger.net
Sieht auf den ersten Blick etwas brutal aus, aber wirkt wirklich Wunder und ist ganz harmlos!!!
Danke für den Link! Genau so einen meinte ich … mit dem Staubsauger. Klingt wirklich brutal, ist aber wohl echt wirksam. Beim nächsten Mal teste ich das auch (wobei ich hoffe, dass das noch ganz lange dauert, bis wieder ein Schnupfen kommt… *aufholzklopf*).