Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel bei Welt Online entdeckt, den ich damals mit halbem Auge überflogen habe. Nun ist es an der Zeit, ihn mal wieder herauszukramen und vollständig zu lesen. Es geht um zweite Schwangerschaften. Denn da sich auch bei uns Nummer 2 angekündigt hat, überlege ich schon seit geraumer Zeit, was denn nun anders ist. Die Antwort: Alles. Und gleichzeitig auch wieder nichts.
Es stimmt, die Reaktionen sind anders. Beim ersten Kind (zumal es das erste Enkelkind überhaupt war in der engeren Familie) war die Freude überschwänglich bis völlig gaga. Bei der zweiten Runde eher so: „Ach, das ist ja schön … Wann gibt es Essen?“ Natürlich haben sich alle gefreut. Aber irgendwie ist der Zauber des Neuen, noch nie Dagewesenen futsch. Logischerweise. Denn zwei Jahre zuvor gab es alles ja schon einmal.
Und bei einem selbst? Ich habe mich gefreut, und wie! Aber dann gab es genauso Momente, in denen ich völlig vergaß, dass ich schwanger bin. Ach ja. Da war ja noch was! Zwischen Kind, Job, Haushalt und dem ganz normalen Leben geht so eine erneute Schwangerschaft dann manchmal leider wirklich unter. Man wird nur durch zwischenzeitliche Übelkeitsattacken daran erinnert, dass etwas anders ist. Und beim Besuch im Käseladen, wo man jetzt wieder nach Nicht-Rohmilch-Käse fragen muss.
Dabei ist diese Schwangerschaft genauso zauberhaft wie die erste. Nur unter anderen Voraussetzungen. Vieles kennt man und die unglaubliche Aufgeregtheit, mit der jegliche körperliche Veränderung und jede Ultraschall-Untersuchung verfolgt wurde, die ist nun eben nicht mehr so ausgeprägt. Weil man einfach gelassener ist.
Und genau das versuche ich zu nutzen. Ich weiß genau (oder auch nicht, manches ist einem ja direkt schon wieder entfallen!), was passiert und passieren wird – ein wunderbare Chance, in seinen Körper hineinzuhorchen, darauf zu warten, ob nun dieses und jenes passiert, und wann. Denn man weiß ja, dass es passiert. Und deswegen kann man es viel intensiver erleben. Nicht mehr hibbelig-nervös, sondern einfach freudig-entspannt. Das erste Flattern im Bauch, die erste sanfte Berührung irgendwo da drin, der erste festere Tritt. Das erste Mal spüren, wie ein Fuß oder ein Arm oder eine Schulter sich aus der Bauchdecke herauswölbt. Und sich darauf freuen, was noch alles kommt.
Sich an die letzte Geburt erinnern und daran denken, wie es wohl dieses Mal sein wird. Sich in den Moment hineinträumen, wenn dieses kleine Menschlein endlich geboren ist und man es zum ersten Mal in den Arm nehmen darf. Ohne den Stress, den es damals gab, als man ja gar nicht wusste, wie man jetzt überhaupt stillen soll oder wie man das kleine Bündel überhaupt hält. Sich darauf vorbereiten, was alles passieren wird in den ersten Tagen, Wochen und Monaten. Wissen, dass sich so schnell alles wieder verändern wird – das Baby, man selbst, der Alltag – ohne davon überrannt zu werden wie beim ersten Mal. Zu wissen, was dem Baby gut tut und was nicht. Das Wichtige machen. Das Unwichtige sein lassen.
Dieses Baby soll genauso viel Aufmerksamkeit bekommen wie das erste. Und dafür muss man manchmal auch Prioritäten setzen. Ich gehe wieder zum Schwangeren-Yoga. In der Zeit kommt die Babysitterin, fest ausgemacht für die nächsten Wochen. Damit nichts dazwischen kommt – vor allem nicht dieses „Ach jetzt passt es halt so schlecht, schauen wir halt mal nächste Woche“. Und in der nächsten Woche ist es dann genauso unpassend.
Ich gehe wieder zu einem Geburtsvorbereitungskurs. Nicht, weil ich ihn brauchen würde (Erfahrung aus Schwangerschaft 1: Kein Kurs kann dich auf das wirklich vorbereiten, was da kommt), sondern weil ich meinem neuen Baby diese Zeit schenken möchte, die ich nur ihm widme. Ich habe einen Termin für eine Schwangerschafts-Massage vereinbart und einen Termin beim Fotografen für das Babybauch-Shooting. Und ich weiß, dass sowieso wieder alles anders kommt als ich mir das jetzt so ausmale, wenn das Baby erstmal da ist. Aber ich freue mich so sehr darauf. Darauf eine Apfelschorle! Und meinetwegen auch ein alkoholfreies Bier :-)
Kleiner Tipp: Auch bei einer erneuten Schwangerschaft kann man noch viel dazulernen. Deswegen finde ich Newsletter ganz prima, zu denen man sich anmelden kann und die einem in regelmäßigem Turnus berichten, was gerade im Körper geschieht. Die gibt es beispielsweise bei Babycenter, Eltern.de oder Urbia. Denn auch, wenn man denkt, man kennt das alles schon: Dieses Wunder, das da in einem wächst, das kann man nie genug bestaunen.
Übrigens gab es vor einigen Monaten ein ziemlich cooles YouTube-Video (okay, stammt von Coca Cola, aber was soll’s) zu dem Thema. Jaaaaaaaaaaaaa!!!! GENAU SO ist es.
4 comments
Herzlichen Glückwunsch zur erneuten Schwangerschaft! Gelassenheit ist die richtige Überschrift – so geht’s mir auch :-) Alles Gute.
Danke, liebe Daniela :-) und ganz gelassene und entspannte Grüße!
Ich freue mich ganz still, und doch heftig, mit euch!
Seit einiger Zeit habe ich dich auf deinen wunderschönen Fotos nur von hinten bewundern können….war auch hübsch…aber…jetzt ist das Geheimnis gelüftet….
Einen schönen Tag der kleinen Familie
Hallo liebe Ruth, ach ich dachte, du weißt schon Bescheid? Na, da sollten wir uns aber bald mal austauschen! Viele liebe Grüße!